WS 2009-2010
 
I. ARISTOTELES' BEGRIFF DES LEBENDIGEN
(Seminar)
 
Philosophisches Institut
der Freien Universität, Berlin
Mo 10.00-12.00
Habelschwerdter Allee 30, Sitzungsraum
Beginn: 12.10.2009
 
 
 
Argument:

Das Seminar beschäftigt sich mit der Weise, wie sich ein Verständnis von Leben in den aristotelischen biologischen Schriften konstruiert.
 
Methodisch ist es als Anleitung zur philosophischen Aristoteles-Lektüre gedacht. Man soll lernen, wie man an aristotelische Texte herangeht, welcher philologisch-philosophischen Vorbereitungen man bedarf, um in sie verstehend hineinzukommen. Die biologischen Schriften (De partibus, De motu und De progressu animalium) eignen sich sehr gut für eine solche Übung, weil die meisten Grundbegriffe der aristotelischen Lehre in ihnen in recht anschaulicher Weise vorkommen.

Inhaltlich geht es um die Grundphänomene, von welchen her sich Leben, wie es an den Lebewesen in voller Konkretion und unmittelbarer Erfahrung erscheint, am Besten und Triftigsten begreifen lässt. Wie verlaufen z.B. die Scheidungslinien zwischen Tier- und Pflanzenreich und warum gehören letztlich jene Grundphänomene, die zur Konstruktion des Lebensbegriffs entscheidend sind, eindeutig dem Tierreich an, während das vegetale Leben dem Konzept eher zögerlich angepasst wird? Das Primat des tierischen Lebens erweist sich als eines der Bewegung, Wahrnehmung und des Begehrens (kinêsis, aisthêsis, orexis), welche den Lebensbegriff definieren. Bei genauerer Lektüre ersieht man einen inneren Zusammenhang der drei genannten Begriffe, der die beiden ersten (Bewegung, Wahrnehmung) im letzten (Begehren) verwurzelt sein lässt.

Das Seminar ist als Lektürekurs angelegt. Ein Reader mit den einschlägigen Texten wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt (Copyshop).
 
 
 
II. WAHRNEHMUNG UND EINBILDUNG BEI SARTRE UND MERLEAU-PONTY
(Seminar)
 
 
Philosophisches Institut
der Freien Universität, Berlin
Mo 16.00-18.00
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45, KL 29/208 (Übungsraum)
Beginn: 12.10.2009
 
 
Argument:
 
Im Mittelpunkt unseres Interesses liegt die Problematik des Bildes und der Bildlichkeit. Was ist ein Bild? Wie entsteht es? In welchem Verhältnis stehen Bild und Wahnehmung zu einander? Wie originär sind Bild und Bildlichkeit gegenüber allen anderen Konstituenten der Wirklichkeit, gegenüber allem, was Präsenz durch Affizierung, Empfindung, Wahrnehmung, Denken, Urteilen, Handeln herstellt? In welchem Maße ist Bildlichkeit an der Gegenbenheit von Welt beteiligt ?

Ausgehend von Texten Sartres (L’imaginaire) und Merleau-Pontys (Le visible et l’invisible) geht das Seminar diesen Fragen nach. Es versucht mit einer schrittweise klärenden Arbeit an den Phänomenen einen Sinn für die weit verzweigten Problematiken der Bildlichkeit und für die Schwierigkeit der Problemstellungen um sie zu entwickeln. Das Bild erweist sich stets als einen Knoten von cruces. Es ist vielschichtig in jeder seiner Gegebenheitsweisen und stellt damit hohe Anforderungen an jegliche phänomenologische Annäherung. Ist das Bild das „Anschaulichste“, das es gibt, ja die Materie der Anschauung selbst, so verlangt es nach methodologischen Überlegungen, die klarstellen, wie diese Anschaulichkeit bei der Konstruktion eines Begriffs und einer Theorie des Bildes zu Geltung kommen soll.